Turkmenistan und die Pferde 
 

Turkmenistan und die Pferde



 

Der zentralasiatische Staat Turkmenistan am Kaspischen Meer hegt eine besondere Verehrung für Pferde. Jährlich wird im Monat April der "Tag des Pferdes" gefeiert und nun wurde von höchster Stelle noch ein Schönheitswettbewerb für die Vierbeiner ins Lebens gerufen.

Präsident fördert Zuchtrassen

Wer sich zum Beispiel mit Pferdewetten auskennt, weiß von dem besonderen Leistungsvermögen turkmenischer Pferde. Die Zuchtrassen des Landes sind bereits bekannt, sollen aber noch weiter in den internationalen Blick der Öffentlichkeit geraten. Zu diesem Zweck rief der turkmenische Präsident Gurbanguly Berdymuchammedow, der selbst als ein erfahrener Reiter gilt, einen Schönheitswettbewerb ins Leben. Bei diesem Wettbewerb soll fortan durch die turkmenische Führung selbst ein Tier zum "schönsten Rennpferd des Jahres" gekürt werden. Im Zuge dessen soll der jeweilige Pferdehalter einen "Großen Preis" als Auszeichnung erhalten. Berdymuchammedow möchte mit dem Wettbewerb das Ansehen der turkmenischen Zuchtrassen, vor allem der Akhal-Teke-Pferde, noch weiter steigern.

Pferde und Land sind eng verbunden

Die Akhal-Teke-Pferde Turkmenistans werden in der Republik am Kaspischen Meer als himmlische Rennpferde verehrt. In vielen Fällen sind Pferde dieser Art an Staatsoberhäupter fremder Länder als Zeichen der Ehrerbietung und des Wohlwollens verschenkt worden, beispielsweise einst an den deutschen Kaiser. Außerdem nehmen die besonderen Tiere den zentralen Platz des Wappens der Republik Turkmenistan ein. Saparmurat Niyazov, der Vorgänger Berdymuchammedows setzte sich ebenfalls für die Akhal-Teke-Pferde ein. Er eröffnete 2004 ein Erholungszentrum für diese Pferde, welches neben medizinischen Einrichtungen sogar einen Swimmingpool bereithält. Bereits vor Jahrhunderten waren diese Pferde in vielen Teilen der Welt berühmt.

Marco Polo berichtete von ihnen als die vorzüglichen Pferde Zentralasiens, die angeblich derart harte Hufe hätten, dass die nicht einmal beschlagen werden müssten. Die Akhal-Teke-Pferde wurden in der Regel in Dörfern aufgezogen, statt sie in Gestüten gehalten. Durch diese Aufzucht wurde ihnen eine besondere Intelligenz nachgesagt und sie galten stets als gut zu reiten. Geritten wurden die Tiere jedoch meist nur auf kurzen Distanzen und weniger häufig setzte man sie für längeres Ausreiten ein. Ein besonderes Merkmal der Aufzucht von Akhal-Teke-Pferden stellten Filzdecken dar. Als Füllen wurden diese nämlich bereits damit bedeckt und über die Jahre hinweg werden es mehr und mehr Decken.

Ursprünglich diente dieses Vorgehen dem Schutz des Rückgrates des Pferdes vor Luft und Sonne. Nur für Rennen werden derart aufgezogene Pferde von dieser Bedeckung befreit, wodurch laut den einheimischen Pferdehaltern das Fett der Pferde reduziert wird, die wirklich als äußerst muskulös gelten. Heutzutage werden die Tiere nicht mehr ausschließlich auf diese Art aufgezogen, stattdessen werde sie in freilaufenden Herden gehalten, die von berittenen Hirten gehütet werden. Die Verehrung des Wappentiers bleibt die gleiche.

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